Messy Teams gewinnen: Warum Unordnung der Schlüssel ist
Messy Teams gewinnen: Warum Unordnung der Schlüssel ist
Die Studie „The Hidden Power of Messy Teams“ des MIT Sloan Management Review (MIT Sloan, 2026(opens in a new tab)) liefert eine bemerkenswerte Erkenntnis: Teams, die unklar starten, liefern bessere Ergebnisse.
Unklarheit als Methode
Statt sofortige Ordnung zu erzwingen, sollten Teams Exploration zulassen. Wenn sich Gruppen erst zur Halbzeit eines Projekts auf ein gemeinsames Ziel einigen, verdoppelt sich laut MIT sowohl Qualität als auch Originalität der Ergebnisse.
Amy Edmondson spricht in diesem Kontext von learning over performing. Lernen erfordert offene Hypothesenräume – und Fehler, die als Daten verstanden werden.
Psychologische Sicherheit als Bedingung
Unordnung funktioniert nur, wenn sich Menschen sicher fühlen, Unsicherheit zu zeigen. Fehlt psychologische Sicherheit, entsteht Chaos statt Kreativität.
McKinseys „State of Organizations 2026“ bestätigt das empirisch: Kontrollorientierte Umfelder hemmen Experimentierverhalten signifikant – und damit Anpassungsfähigkeit.
Der Wandel jenseits des Masterplans
In der Post-2025-Realität stoßen große Veränderungen schnell auf Ermüdung. „Messy“ Teams kompensieren dies, indem sie Mikro-Exploration statt Makro-Programme betreiben – kleine Hypothesen, kurze Lernzyklen, frühes Feedback.
Praktische Konsequenzen
- Kein perfekter Kick-off. Projektstarts mit offenen Fragen fördern gemeinsames Denken.
- Rahmen, keine Blaupause. Führung setzt Leitplanken, Teams füllen sie.
- Performance durch Lernen. Kontinuierliches Anpassen ersetzt Projekt-Endbewertung.
Wie Organisationen das fördern
Agile Governance-Modelle wie bei Haier, Buurtzorg oder Unilever Digital Studio bieten Freiräume innerhalb klarer Werte. Der Schlüssel: Vertrauen ist der neue Plan.
Über den Autor

Kevin Rassner ist Experte für angewandte Organisationsentwicklung und begleitet Unternehmen bei Transformationsprozessen zwischen Strategie, Führung und Kultur. Er verbindet über zehn Jahre Führungserfahrung mit einem systemischen Blick auf wirksame Zusammenarbeit.
Über den Autor
Kevin Rassner ist Experte für angewandte Organisationsentwicklung und begleitet Unternehmen bei Transformationsprozessen zwischen Strategie, Führung und Kultur. Er verbindet über zehn Jahre Führungserfahrung mit einem systemischen Blick auf wirksame Zusammenarbeit.
